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Montag, 01. November 10 um 16:28

Gedanken zum Monatsspruch November

Kategorie: Bibelworte

Von: Kai Wilhelm

Gott spricht Recht im Streit der Völker, er weist viele Nationen zurecht. Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern und Winzermesser aus ihren Lanzen.

Jesaja 2, 4a

Liebe Gemeindemitglieder, liebe Freunde!

"Kommt und lasst uns ziehn hinauf zum Berge unsres Herrn, zum Hause Gottes
lasst uns gehen. Und er wird uns seine Wahrheit lehrn, und wir werden seine Wege gehen, und Weisung wird ausgehn von Zion und das Wort unsres Herrn von Jerusalem." Den Inhalt dieses Liedes, das auch wir oft in unseren Gottesdiensten singen, findet man auch im Vers 3 von Jesaja 2, unmittelbar vor dem obigen Monatsspruch.

Im ganzen Zusammenhang lautet der Text (nach der Einheitsübersetzung):

"2 Am Ende der Tage wird es geschehen: Der Berg mit dem Haus des Herrn steht fest gegründet als höchster der Berge; er überragt alle Hügel. Zu ihm strömen alle Völker. 3 Viele Nationen machen sich auf den Weg. Sie sagen: Kommt, wir ziehen hinauf zum Berg des Herrn und zum Haus des Gottes Jakobs. Er zeige uns seine Wege, auf seinen Pfaden wollen wir gehen. Denn von Zion kommt die Weisung des Herrn, aus Jerusalem sein Wort. 4 Er spricht Recht im Streit der Völker, er weist viele Nationen zurecht. Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern und Winzermesser aus ihren Lanzen. Man zieht nicht mehr das Schwert, Volk gegen Volk, und übt nicht mehr für den Krieg."

Ein wahrhaft prophetisches Wort mit einem weiten Blick in die Zukunft, bis zum
"Ende der Tage"! Denn noch wird ja fleißig Krieg geübt und auch geführt. Zu sehen ist von diesem Frieden in den Fernsehnachrichten nichts, viel mehr aber vom Gegenteil, von Hunger, Krieg, Ratlosigkeit und Streit. Wäre das schön, wenn es stattdessen diesen Frieden gäbe, am besten einfach so, über Nacht … Davon steht allerdings nichts im Bibeltext, dass das einfach so über Nacht passiert. Da ist von etwas anderem die Rede, von einem Weg, auf den sich die Menschen machen. Sie ziehen hinauf auf einen Berg, der höher als alle anderen Berge ist. Auch wenn ich diese Aussage nicht wörtlich verstehe, spüre ich doch etwas davon, dass dieser Weg eine gewisse Länge hat und durchaus auch Anstrengungen mit sich bringt.

Wie wird denn dieser Weg beschrieben? Zunächst ist er geprägt von einer tiefen
Sehnsucht nach der Begegnung mit Gott, denn dafür steht "das Haus Gottes" und der "Berg des Herrn". Es ist eine richtige Völkerwanderung zu Gott. Die Menschen strömen zu Gott. Und warum? Er soll ihnen einen Weg zeigen, und sie wollen auch seinen Weg gehen. Es ist der tiefe Wunsch einer Hinwendung zu Gott und auch die Bereitschaft, Gottes Weisung zu folgen. Auf diesem Weg sind die Menschen bereit, auf Gottes Wort zu hören und auch danach zu handeln. Und dann spricht Gott Recht im Streit zwischen den Völkern, und er weist die Menschen zurecht. Aus dieser Rechtsprechung und Zurechtweisung Gottes erwächst dann der ersehnte Frieden.

Durch das Neue Testament können wir Jesus Christus kennen lernen. Er wird uns als "das Wort Gottes" vorgestellt (siehe im 1. Kapitel des Johannesevangeliums). Und in diesem Buch erfahren wir auch, dass er von sich gesagt hat, dass er "der Weg" zu Gott ist, der wie ein Vater uns Menschen als seine Kinder liebt. Jesus lädt auch uns ein, ihm nachzufolgen, und mit ihm zum Vater zu gelangen. Was wir alleine nicht können (zu Gott zu kommen), das macht er möglich, denn er selber ist der Weg zum Vater und hat schon alles für uns vorbereitet. Mir macht daher dieser Monatsspruch Mut und Lust zur Nachfolge. Auf diesem Weg in Gottes Friedensreich will ich jetzt schon unterwegs sein. Noch ist es nicht zu sehen, aber eine Ahnung davon gibt mir dieser Text. Mit anderen zusammen will ich auf Gott hören und seiner Weisung folgen. Dazu sind wir alle eingeladen. Und dazu wollen wir auch alle die einladen, die davon noch nichts wissen. Denn die Sehnsucht nach diesem Frieden Gottes haben wir alle in uns.

Euer Kai Wilhelm